Die 3 warmen Brüder [2013/32]

Nach dem naßkalten und dunklen Frühjahr habe ich mir für die Sommer-Monate vorgenommen, die Zeit zu nutzen und nicht in der Stube zu hocken. Die Fotografie ist dabei ein guter Ankerpunkt, verschiedene Interessen, Themen und Leute zusammenzubringen.

Heizkraftwerk Linden -- 3 warme Brüder.

Heizkraftwerk Linden — bekannt als “3 warme Brüder”.

Nach meiner Exkursion zur Moorrose bin ich mit dem “Fototrupp” häufiger in Sachen Nachtaufnahmen unterwegs, zuerst zum Kunstprojekt am Neuen Rathaus, jetzt zu den “3 Warmen Brüdern“, einem Heizkraftwerk mit 125 m hohen Schornsteinen mitten in der Stadt.

Im Winter 2012/2013 ist es noch eine zeitlich beschränkte Aktion, jetzt wird die Anlage täglich bis irgendwann nach Mitternacht in den Farben des Energieversorgers beleuchtet. Obwohl man sich im Sommer sicherlich gern draußen aufhält, ist es mit der notwendigen Dunkelheit für Nachtaufnahmen eher ungünstig, da man frühestens um halb zehn loslegen kann.

Dabei umrunden wir weitläufig das Areal, was mit dem aufwendigen Aufbau und den langen Belichtungszeiten rund 1 ½ Stunden in Anspruch nimmt. Leider erweist sich eine der schönsten Perspektiven als fotografisch ungünstig: Blick von einer nördlich gelegenen Fußgängerbrücke mit beleuchteten Hochhäusern des Ihme-Zentrums und Spiegelungen in der Ihme im Vordergrund — die weit gespannte Brücke schwingt nicht nur bei 3-Zentner-Amazonen, sondern eigentlich immer, zumal das bevorstehende Fährmannsfest schon viele Besucher anlockt. Und ein paar Schritte vor oder hinter dieser Brücke hat man zwar festen Boden unter den Füßen, dann aber viele Bäume davor und keine Sicht auf den Fluß.

So entscheide ich mich letztendlich für eines der letzten Bilder des Rundganges  mit belebtem Vordergrund am Küchengarten, wo auch nach Mitternacht noch erstaunlich viele Leute unterwegs sind. Die Belichtungszeit liegt bei 20 s mit Blende 9 im mittleren Bereich (Brennweite 24 mm/38mm KB, ISO 200/24 DIN). In der Nachbearbeitung werden die stürzenden Linien etwas, aber nicht vollständig korrigiert, da dies m. E. unnatürlich wirken würde. Die an der Ampel wartenden Radfahrer halten lange genug still, daß sie erkennbar bleiben, zappeln aber genug herum, um nicht vom Hauptmotiv abzulenken. Den fiesen gelb-braunen Farbstich der Straßenlaternen reduziere ich besonders im Vordergrund mit einem Verlaufsfilter, ganz los wird man ihn sowieso nur mit einem “Farbwascher”. Das ist schon alles. — Die Aufnahmeposition von der Brücke kommt auf die Warteliste für einen zweiten Versuch, das gehört bei Fotoprojekten dazu.

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