Hallo, Kumpels… [2013/31]

Eigentlich müßte ich diese Woche ja etwas mit Hagelkörnern machen, nachdem ein Gewittersturm in der Region gewütet hat. Doch die Hagelkörner erscheinen auf meinen Belegbildern fast nur als weiße Punkte und zertrümmerte Dächer sind als Fotoprojekt auch nicht so toll.

Feuerwanze

Feuerwanze

Da ich gerade auf dem Makrotrip bin (hast du schon mein kostenloses E-Book), widme ich mich dieser Woche einem eher ungebetenen Sommergast: die Feuerwanze aka Pyrrhocoris apterus.

Die Feuerwanze liebt Gesellschaft und taucht dann gern an sonnigen Plätzen auf (Meeting unter dem hübschen Stichwort Aggregationspheromone). Eigentlich sind sie weder für Menschen oder Tiere noch Pflanzen schädlich, doch durch das massenweise Auftreten mit u. U. Hunderten von Tieren ein “Lästling”, vor allem, wenn sie sich eine Hauswand als Sammelplatz auserkoren haben. Anfassen sollte man sie nicht, weil sie dann ein übel riechendes Sekret absondern. Warnung, wenn man ihnen mit der Kamera zu Nahe rückt… Sie hat auch eine gewisse Ähnlichkeit zur Ritterwanze (Insekt des Jahres 2007).

Wanzen haben einen schlechten Ruf, weil viele Leute sie sofort mit der Bettwanze (Cimex lectularius) gleichsetzen. Dabei bieten die im Garten herumwuselnden Wanzen gerade für die Makrofotografie ein für mitteleuropäische Verhältnisse sehr farbenfrohes und mit ca. 1.000 Arten weites Betätigungsfeld. Bei mir haben sie sich untypisch trockenes Schilf als Rastplatz ausgesucht, obwohl sie normalerweise auf der Suche nach Pflanzensäften sind (normalerweise Linde). Es handelt sich außerdem m. E. um “Jugendliche”, da sie noch nicht vollständig die charakteristische Rückenzeichnung haben.

Als Fotograf hat man bei so vielen Tieren ähnliche Probleme wie Jäger bei einer Herde oder einem Schwarm: Einerseits möchte ich das Gewusel zeigen, andererseits muß man sich ein Stückchen herauspicken, das “eine Situation” zeigt. Darüber hinaus muß man den Tierchen auf die Pelle rücken und schafft etwas Unruhe, auf die sie zwar nicht fluchtartig reagieren, sich aber doch nach und nach zurückziehen. Deshalb muß ich mich mit meiner Kombination aus 50-mm-Objektiv und 21-mm-Zwischenring bei einer auf einem 1-Bein-Stativ montierten Kamera ranhalten, um zum Schuß zu kommen. Bei der Makrofotografie wird leider nicht nur das Motiv, sondern auch jede fremde wie eigene Bewegung vergrößert. Und da ich kein Makroobjektiv verwende, bin ich manchmal nicht nur zu nah, sondern gelegentlich auch zu weit weg…

Um dabei wenigstens ein bißchen Reserve zu haben, verwende ich ISO 400/27 DIN, so daß die Aufnahme mit 1/60 s bei Blende 8 gelingt (ein Zwischenring schluckt auch etwas Licht). Wie in vielen anderen Fälle begnüge ich mich bei der Bildbearbeitung in Lightroom mit den “Grundeinstellungen” — es ist ein weit verbreiteter Irrtum, daß man für ein gutes Bild immer in allen Bearbeitungsmodulen alle Regler aufdrehen muß.

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