Ich glaub ich steh’ im Wald [13/2013]

Der Winter dieser Saison ist meist nichts Halbes und nichts Ganzes. Meist ist es einfach nur ungemütlich naß-kalt und es gibt nur wenig Schnee ohne tragfähigen Untergrund, z. B. für Skilanglauf. Diese spezielle Wetterlage hat aber manchmal auch Vorteile: Der nasse Schnee klebt prima an den Bäumen und zeichnet sogar senkrechten Stämme mit weißem Strich nach. Und wenn dann auch noch die Sonne hervorblinzelt, bekommt man eine schöne Winterlandschaft vor die Linse.

Ich glaub ich steh' im Wald.

Ich glaub’ ich steh’ im Wald.

Diesen “Effekt” nutze ich bereits bei meinem Frühlingsfoto, so daß mein Baum der Jahreszeiten nicht zu einem schwarzen Gestell auf weißem Grund wird, sondern wunderbar plastisch erscheint.

Ein paar Tage später bekomme rechtzeitig meinen Hintern hoch, um in der Nähe ein Wäldchen zu fotografieren. Das Schöne an dieser Stelle ist, daß es am Waldrand nur wenig Unterholz gibt und die recht tief stehende Sonne geradezu in den Wald hineinscheint. Dazu kommen die durch den Schnee modellierten Konturen, die dem Bild ein gewisse Plastizität verleihen.

Um möglichst viel von dieser Stimmung einzufangen, wende ich die Panoramatechnik an: Spontan und deshalb ohne Stativ (und erst recht ohne Nodalpunktadapter) mache ich 14 Einzelbilder im Hochformat. Den AF lasse ich mutig eingeschaltet damit Bäume im Vordergrund nicht plötzlich unscharf erscheinen, doch nach einem Testbild stelle ich die Belichtung manuell und fest für alle Bilder auf Blende 11 und 1/200 s ein (ISO 200/24 DIN), die 35 mm meiner Festbrennweite bieten dann auch reichlich Schärfentiefe (Bildwinkel entspricht 55 mm KB). Für die Überlappung orientiere ich mich an einzelnen Bäumen, wobei ich besonders bei der Birke im Vordergrund darauf achte, daß sie auch einmal optimal mittig dabei ist. Da Lightroom das Zusammensetzen (stitching) leider noch nicht unterstützt, wird es diesmal direkt aus den RAW-Dateien mit Photoshop gemacht. Eine weitere Bearbeitung ist nicht notwendig, das ist oft ein angenehmer Nebeneffekt vom Stitching, das ja bis zu einem gewissen Grad auch Belichtungs-/Helligkeitsunterschiede ausgleichen muß.

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