Parkschlößchen [vor 10 Jahren]

Bei Panorama-Foto denken viele Nutzer an weitläufige Landschaftsaufnahmen. Du kannst diese Technik aber auch gut als Weitwinkel-Ersatz verwenden. Da Software das zu Grunde liegende Stitching (“Zusammenflicken”) inzwischen ganz gut im Griff hat, muß diese Technik nicht in der Kamera eingebaut sein. Im Gegenteil, externe Software ist da oft leistungsfähiger und profitiert vom technischen Fortschritt.

Das Parkschlößchen wird renoviert

Das Parkschlößchen wird renoviert (2009).

So entsteht das Foto eines alten Ausflugslokals aus 19 Teilaufnahmen, die ich vor rund zehn Jahren mit meiner Canon Powershot G7 mache. Eine hochwertige Kompaktkamera, die allerdings nur ein schwaches Zoom ab ca. 35 mm KB bietet (7,4 mm Brennweite x 4,9 Crop-Faktor, heute kann ich auf echte 14 mm KB zurückgreifen). Ich mache damals diese Aufnahmen “auf Vorrat”, weil 2009 die Software noch hakelig arbeitet, aber 2019 steht sie sogar in Lightroom zur Verfügung (ab LR 5).

Panorama zylindrisch...

Panorama zylindrisch…

Beim Panoramisieren in Lightroom bevorzuge ich die zylindrische Projektion, da dann besonders bei Gebäuden die Wände (relativ) gerade nach bleiben. Da sich trotzdem noch eine gewisse kugelförmige Verzeichnung ergibt, korrigiere ich über Objektivkorrekturen | Manuell → Verzerrung manuell. Zusätzlich nutze ich die seit LR CC/Classic verfügbare Randverkrümmung mit 75 %, die weiße Lücken auffüllt. Bei Fachwerk und Bäumen klappt dies ganz gut, bei blanker Architektur geht so etwas allerdings komplett daneben.

... und mit 100 % Randverkrümmung.

… und mit 100 % Randverkrümmung.

Erst dann wähle ich über die Freistellungsüberlagerung den Ausschnitt und stelle dabei das Seitenverhältnis 4:3 fest ein (sonst hast später bei Rahmen usw. keinen Spaß). Erst jetzt mache ich mich an die “übliche” Bildbearbeitung wie Belichtung usw. Dabei darf man nicht vergessen, daß das Stitching schon zu einem gewissen Grad eine Belichtungskorrektur durchführt — damit Übergänge nicht erkennbar sind. Ich achte besonders auf CA bei den Ästen am oberen Bildrand und das “Ausbrennen” gegen den Himmel, das ich mit einem linearen Verlauf ausgleiche: Wenn man dort einfach die Belichtung runterdreht, ergibt sich eine Art Rollo-Effekt (Abschattung), deshalb vorsichtig nur die Lichter verringern.

Das Parkschlößchen wird renoviert

Eine “alte” Schwarzweiß-Variante.

Zum Schluß entwickele ich noch ein “historisches” Schwarzweißbild, weil das m. E. ganz gut zum Motiv paßt.

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