Feuerstuhl [18/2013]

Nach der Exkursion mit dem Foto-Community-Stammtisch zum Steinhuder Meer entdecke ich auf der Rückfahrt eine schöne Allee, die direkt von einer vielbefahrenen Bundesstraße abzweigt. Ein Glücksfall, weil Bäume an Straßenrändern ja aus vielerlei “Sicherheitsgründen” abgeholzt werden.

Mit dem Feuerstuhl durch die Allee.

Mit dem Feuerstuhl durch die Allee.

Weil es noch nicht so recht Frühling ist, die Bäume weder Blätter noch Knospen tragen, mache ich aus der Not eine Tugend: Mit dem Preset “starker Blaufilter” wandele ich das etwas triste Farbbild in ein kontrastreiches Schwarzweißbild um. Bei dieser Straße kommt noch hinzu, daß sie keine Leitlinie in der Straßenmitte hat und so eine gewisse Beschaulichkeit und Ruhe ausstrahlt. Andererseits verleihen die quer zur Fahrbahn verlaufenden Schatten der Bäume durch die seitlich tiefstehenden Sonne wiederum Struktur. Ferner gibt es einen spannenden Gegensatz zwischen den geraden Linien der Straße und dem wirren Durcheinander der Baumkronen.

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Wischiwaschi [17/2013]

Vordergründig ist Fotografie das “einfache” Standbild und Video das tolle bewegte Bild. Doch richtig gute Fotos zeichnen sich dadurch aus, daß sie einen Moment der Bewegung einfangen und so viel plastischer darstellen können.

Bewegungsunschärfe macht Bewegung sichtbar.

Bewegungsunschärfe macht Bewegung sichtbar.

Oft nimmt man dies nur bei Nachtaufnahmen wahr, weil dort durch Lichtmangel und lange Belichtungszeiten dieser Effekt zwangsläufig auftritt, während tagsüber oft kurze Verschlußzeiten Bewegungen automatisch “einfrieren”.

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Legoland [16/2013]

Seit einiger Zeit werden bei Arbeiten an der Fassade nicht nur Gerüste aufgestellt, sondern sie werden oft auch komplett mit durchscheinenden Bahnen abgehängt. Auf meiner Fahrt zur Brauerei entdecke ich einen Häuserblock, der gerade umfangreich renoviert wird.

Vermummte Häuser.

Legoland.

Es ist diesmal nicht nur die verfremdende Wirkung dieser Abdeckung wie bei der Kirche im vergangenen Sommer, sondern auch die Kombination aus Geometrie und Grundfarben, die auch ein bißchen wie Lego wirkt: Senkrechte blaue und weiße “Säulen”, der Container als gelbes Rechteck, das knallrote Auto und davor die schwarzen Schienen und weißen Schwellen der Strapazenbahn, die fast wie eine Grundplatte wirken.

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Herrenhäuser Brauerei [15/2013]

Du mußt einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und mindestens einmal eine Brauerei von innen gesehen haben — zum Beispiel die Privatbrauerei Herrenhäuser in Hannover. Das Unternehmen hat eine Tradition seit 1868, ging 2010 in Insolvenz und gehört seither zur Privatbrauerei Wittingen (ebenfalls aus der Region).

Stilleben in der Herrenhäuser Brauerei.

Stilleben in der Herrenhäuser Brauerei.

Im Vergleich zu den weltweit operierenden Fabriken ist sie überschaubar und regional verwurzelt. Ich nehme an einer Besichtigung teil, die vom neuen Eigentümer Christian Schulz-Hausbrandt und zwei seiner Mitarbeiter geführt wird. Nach einem Vortrag über die wirtschaftliche Entwicklung und dem Rundgang durch die Produktion endet der Tag im Brauereistübchen mit der Verkostung des Produktes. — Solche Touren kann jedermann buchen und vielleicht zum Brauereifest am 14. und 15. Juni 2013 einen Besuch abstatten.

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Blaues Wunder [14/2013]

Herbst und Frühling sind Übergangszeiten. In der Kulturlandschaft macht sich dies durch abgeerntete oder frisch bestellt Felder bemerkbar, die Dank überwiegend mechanisierter Bearbeitung immer wieder eine bemerkenswerte Geometrie bzw. Symmetrie aufweisen.

Blaues Wunder.

Blaues Wunder.

Fotografisch interessant finde ich dabei die Gegensätze aus vielen Tausend “schief” wachsenden Pflanzen, die — tritt man ein paar Schritte zurück — plötzlich wie mit dem Lineal gezogene Linien werden.

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