Kleine Spinne ganz groß [23/2013]

Gerade mit dem Frühjahr entdecke ich mein Interesse für Makrofotografie neu. Da ich einerseits von der Abbildungsqualität meines 35-mm-Objektivs begeistert bin — obwohl es nun wirklich kein typisches Makroobjektiv ist — und ich mir andererseits einen Satz Zwischenringe zugelegt habe, habe ich es diese Woche auf allerlei Krabbelzeugs abgesehen.

Kürbisspinne

Kürbisspinne

Auf dem Weg zu “meinem” Baum (du weißt schon…) entdecke ich buchstäblich im Vorbeigehen in den Gräsern am Wegesrand eine winzige Spinne mit leuchtend gelb-grünen Hinterleib.

Man sieht es dem Bild — das m. E. eine gewisse lauernde Ruhe ausstrahlt — nicht an, aber es ist ein ziemlich windiger Tag. Die Halme sind ständig in Bewegung, weshalb ich auch ISO 400/27 DIN einstelle, um neben Schärfentiefe mit f 10 auch noch eine relativ sichere 1/100 s zur Belichtung zu bekommen. Da man unter diesen Umständen kaum ein Stativ ausrichten kann und sich dann die Spinne vielleicht noch vom Acker macht, fotografiere ich Freihand. Trotz schon guter Naheinstellgrenze von 20 cm installiere ich einen 13-mm-Zwischenring, um der Spinne noch mehr auf die Pelle rücken zu können. Dann bringe ich mich einigermaßen in Position und fokussiere auf den “Wendepunkt” des Hin und Herschwankens. So mache ich rund ein Dutzend manuell ausgelöster Fotos von denen etwa die Hälfte scharfe Bereiche hat. Man merkt aber auch, daß trotz Blende 10 nur eine recht kleine Schärfeebene erfaßt werden kann. Da hilft dann nur noch sog. Fotostacking, wie es Fotokollege Uli mit großer Hingabe auf unserer Kalmia-Exkursion praktiziert.

Trotzdem bin ich mit diesem Schnappschuß zufrieden (und es ist weniger improvisiert als meine Hainschwebfliege). In der Nachbearbeitung fasse ich den Bildausschnitt etwas enger und drehe ihn wieder etwas auf “dynamisch”. Die Belichtung wird nur minimal angepaßt. — Natürlich möchte ich auch wissen, um welche Art von Spinne es sich handelt. Nach diversen Vergleichen mit der Google-Bildersuche und einem kleinen Hinweis auf die aktualisierte lateinische Bezeichnung, stoße ich auf die Kürbisspinne (Araneus cucurbitinus Araniella cucurbitina), Jahreszeit (Mai/Juni) und Auffindeort passen (wenn auch ohne Kürbisse).

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