Der rasende Reporter [45/2012]

Das Bild dieser Woche widme ich einer aussterbenden Spezies: dem rasenden Reporter. Dem Journalisten, der tatsächlich vor Ort ist und berichtet — statt ausschließlich Agenturmeldungen auszuwerten und Pressemitteilungen abzuschreiben (wie es die “Zukunftsstrategie” großer Medienkonzerne ist).

Klinger

Der rasende Reporter.

Wer kennt ihn in Lehrte nicht? Ich treffe Klinger am Nachmittag eines gut besuchten verkaufsoffenen Sonntags vor Weihnachten. Er hat schon fast alle wichtigen “Events” abgeklappert, hat aber noch Zeit für ein Schwätzchen (Vorsicht, da landet man u. U. als O-Ton im Bericht).

Es wird schon dunkel, aber ich habe ja mein lichtstarkes 50-mm-Objektiv dabei (ja, ich finde es immer noch ganz toll). Wie so oft in letzter Zeit sogar als einziges, wenn auch die leichte Tele-Wirkung am Crop-Sensor nicht immer vorteilhaft ist (wirkt wie 80 mm KB-Äquivalent). Dafür ist das Ergebnis gelungen: Die Offenblende von f 1,8 trennt das Motiv gut vom Hintergrund, vermittelt aber noch einen Eindruck der Umgebung. Die Lichtquellen im Hintergrund lösen sich mit einem schönen Bokeh auf. Dabei bilden die gelblichen Punkte auch ein Gegengewicht zur eher bläulichen Grundstimmung (Pullover und Abendlicht).

Auch ohne Bildstabilisator gelingt der abendliche Schnappschuß mit 1/15 s, wenn man eine ruhige Hand hat, die Kamera richtig hält und das Motiv nicht rumzappelt. Die Empfindlichkeit ist auf ISO 400 / 27 DIN eingestellt, obwohl es bei einer modernen Spiegelreflexkamera noch Reserven bis ISO 3.200 bzw. 36 DIN gibt (und z. T. noch deutlich mehr). Doch darauf verzichte ich, weil das Rauschen gerade in den dunklen Partien schnell zum Problem wird, wie mir mein “Zug im Nebel” [44/2011] gezeigt hat.

Die Bildbearbeitung beschränkt sich auf fotolabortypische Dinge: Belichtung, Kontrast, Gradation sowie abschließendes Schärfen (bei RAW sowieso eine Pflichtübung).

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