Malen mit Licht [2018]

Was für ein Tag! Ende September bei Bombenwetter bis 24 Grad und strahlendem Sonnenschein erst mit dem Sohnemann im Tiergarten gewesen und am Abend mit Fotofreunden im Georgengarten einen Light-Painting-Workshop gemacht — malen mit Licht wörtlich genommen. Noch nie habe ich beim Sichten der Bilder in Lightroom so oft 4 Sterne gegeben und überlegt, ob ich — trotz gegenteiliger eiserner Regel — nicht noch vor der Bearbeitung auf 5 gehe.

Spirograf Leibniz

Spirograf mit Leibniz.

Das liegt einerseits daran, daß es ein tolles Motiv ist, andererseits nach kleinen Startschwierigkeiten die Bilder auch “out of camera” schon super geworden sind (technische Daten: 14 mm | Blende 5,6 | 22 Sekunden | ISO 100/21 DIN — keine automatischen Bildverbesserungsfunktionen on location, jeweils Kleinbildformat). — Dazu nochmals herzlichen Dank an Karl-Heinz M., der das notwendige Material angeschleppt und mit vollem körperlichen Einsatz unermüdlich in Szene gesetzt hat!

Augustenbrücke

Zuerst geht es um halb acht zur Augustenbrücke. Trotz sommerlichen Feelings ist es schon ziemlich finster. Karl-Heinz hat nicht nur LED-Leuchtstab und Pyrotechnik dabei, sondern auch eine Wathose mit der er sich todesmutig nahe/unter der Brücke im Wasser postiert.

Feuerrad an der Augustenbrücke.

Feuerrad an der Augustenbrücke.

Durch Rotation ergeben sich in der Langzeitbelichtung tolle Effekte, die Spiegelung im Wasser sorgt für das i-Tüpfelchen. Technische Daten: 35 mm | Blende 8 | 7 Sekunden | ISO 100/21 DIN. — Inzwischen ist es kurz vor neun, der eine oder andere verabschiedet sich, der Rest ist noch unternehmungslustig. Die nächste Location liegt um die Ecke.

Leibniztempel

Die zweite Location ist der nahegelegene Leibniztempel. Auch an diesem Abend von “Feiernden” belagert, denen allerdings der Trupp mit Stativen und Bollerwagen suspekt ist und das Feld räumen. So können wir Leibniz ungestört ablichten, zumal er gerade mal wieder kaum beschmiert und unbeschädigt dasteht.

Leibniztempel im Georgengarten.

Leibniztempel im Georgengarten.

Bei diesem Motiv kommt uns zu Gute, daß nur noch fünf Leute dabei sind und wir Karl-Heinz sogar Regieanweisungen geben können. Diesmal gibt’s keine Pyrotechnik, dafür ist er mächtig auf Trab: um den Tempel, durch den Tempel und immer schön den Leuchtstab rotieren lassen, so daß statt einer Scheibe Effekte à la Spirograf entstehen. Kurz vor zehn ist alles im Kasten. — Technische Daten: 14 mm | Blende 5,6 | 167 Sekunden (zeitweise abgedeckt) | ISO 100/21 DIN.

Fazit

Toller Abend, tolles Projekt, tolle Bilder! Jeder, der dem Light-Painting-Gedanken spielt, sollte es jetzt in Angriff nehmen, so lange die Witterung so angenehme Rahmenbedingungen bietet. So kannst du die Umgebung gut ins Bild einbeziehen, schwarze Bäume und Schneematsch wirken meist nicht so interessant — von kalten Fingern und schwächelnden Akkus ganz abgesehen. Allerdings ist Vorbereitung nötig: 1) leuchtendes Material 2) passende Location 3) jmd. der nicht selbst fotografieren will (es gibt zu viel zu tun) — und eine gute Portion Glück.

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