Still ruht der See. [2018|03]

Es ist Winter. Man denkt an Eis und Schnee. Ich bin an einem See: kein Eis, kein Schnee, etwa Null Grad, trocken, aber windig.

Still ruht der See.

Still ruht der See.

Das ergibt eine eigentümliche Stimmung. So etwas läßt sich nicht ohne weiteres nur technisch mit der “richtigen Belichtung” einfangen (Lumix, 12 mm (24 mm KB), Blende 4, 1/160 s bei ISO 200).

Ich arbeite zunächst eine Grundversion aus, die den monochromen Charakter unterstreicht.Anschließend verringere ich die Klarheit, um die nebelige Weichzeichnung wieder ins Bild zu bekommen, die durch das Anheben des Kontrastes in der Grundbearbeitung verloren gegangen ist. Dazu eine leichte Vignette. So könnte es das Pendant zu meinem Winterbild sein, das ich vor Jahren ebenfalls an diesem See aufgenommen habe, allerdings bei deutlich tieferen Temperaturen.

Still ruht der See (in der Grundbearbeitung).

Still ruht der See (in der Grundbearbeitung).

Das erscheint mir dann aber doch zu ruhig. So möchte ich in einer Variante etwas Farbe ins Spiel bringen. Das müssen jetzt nicht die Originale sein… Der Effekt könnte eine Teiltonung sein, ist es aber nicht. Stattdessen verwende ich mehrere lineare Verlaufsfilter:

  • einen von oben mit einem leichten Blaustich für den Himmel
  • einen von unten mit Grünstich für die Wasserfläche
  • sowie einen, der nur den Uferbereich abdeckt und die Belichtung verringert

Außerdem nehme ich die Weichzeichnung zurück und gehe wieder in Schärfung. — Obwohl ich mit dem Ergebnis zufrieden bin, bemerke ich, daß die ausgetüftelten Abstufungen durch den Export als JPG verändert werden und auch auf jedem meiner Monitore recht unterschiedlich erscheinen (was nicht immer so ist). Da zählt dann nur das Resultat auf Papier oder Leinwand an der Wand.

Ausgangsbild und zwei Ausarbeitungen.

Ausgangsbild und zwei Ausarbeitungen.

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